DOBINET

Hundeerziehung, -ausbildung, -sport

Umweltverhalten

Beobachtungen von Verhaltensweisen im Zusammenhang mit bestimmten Situationen bringen uns wichtige Erkenntnisse über unseren Hund
   
Reizmuster: Reagieren Hunde auf ganz bestimmte, einander ähnelnde Personen bösartig oder ängstlich, beruht das auf Jugenderlebnissen. Nicht durch Strafe, sondern durch beruhigende und ablenkende Maßnahmen kann man diese Verhaltensstörung allmählich abbauen.

Geräusche: Unerwünschtes Verhalten des Hundes zunächst gänzlich ignorieren - aber beobachten! Ablenkung mit Ball etc. kann vorübergehend zur Stabilisierung des Verhaltens beitragen.
Grundsätzlich soll sich jedoch der Hund in seinem Verhalten selbständig festigen. Dazu die Entfernung zur Geräuschquelle vergrößern und dann wieder allmählich verringern. Mut und zunehmendes Selbstbewusstsein loben und bestätigen (-> nur erwünschtes Verhalten).

Alarmierendes Bellen sollte kontrolliert werden. Loben Sie Ihren Hund, wenn er meldet, jedoch geben Sie ihm anschließend den Befehl “Platz - Bleib”. Somit geben Sie einen positiven Befehl und stellen Sie die Ausführung desselben sicher, anstatt sich auf die Unterbindung des unnötigen Bellens zu versteifen. Wurde der Befehl ordnungsgemäß gelehrt, so schließt der 'Bleib'-Befehl auch Bellen aus!
   
Unbewegte Objekte: Unerwünschtes Verhalten des Hundes zunächst gänzlich ignorieren - aber beobachten! Ablenkung mit Ball etc. kann vorübergehend zur Stabilisierung des Verhaltens beitragen.
Grundsätzlich soll sich jedoch der Hund in seinem Verhalten selbständig festigen. Dazu Mut und zunehmendes Selbstbewusstsein loben und bestätigen (= nur erwünschtes Verhalten).
   
Bewegte Objekte: Bei Meideverhalten (vergl. "unbewegte Objekte")
Bei Aggressionsverhalten sollten Ablenkung oder Blockade durch Hörzeichen "Nein" ohne Hektik oder Aufgeregtheit und unterstützt durch Leineneinwirkung bzw. Nackengriff/Schnauzengriff mit angemessener Intensität Abhilfe schaffen.
In das Sozialisierungsprogramm sollten auf jeden Fall motorisch abnorme Bewegungsabläufe wie hinken, torkeln, Tretroller fahren, gehen mit Stockstützen, Rollstuhl fahren u. ä. eingebaut werden, damit der Hund ggf. keine Bedrohung darin sieht und nicht mit Aggressionsverhalten reagiert.

Ankläffen: Wenn der Hund nicht im Welpenalter gelernt hat, dass er Passanten nicht ankläffen darf, muss ihm diese Unart mit gezieltem Einwirken ausgetrieben werden. Knurrt und bellt der Hund aus Angst fremde Personen an, sollte man es besser mit vorbeugender Ablenkung und Beruhigung versuchen.

Personen: Soziale Kontaktaufnahme zu Personen (Problem Anspringen)
Die Neigung vieler Hunde, fremde Personen freundlicher als notwendig zu begrüßen, sich ihnen sogar anzuschließen, wird meist von Fremden ungern gesehen und kann während der Erziehung zu gravierenden Störungen des notwendigen Erziehungsprogramms führen. Ein richtig erzogener Hund sollte fremde Personen gleichgültig, aber nicht gerade unfreundlich akzeptieren.
Anspringen und Bedrängen von Personen hat gewöhnlich die soziale Kontaktaufnahme zum Ziel. Konsequente Nichtbeachtung wird den Hund zunächst irritieren und womöglich zum ruhigen stehen bleiben veranlassen. In diesem Moment erfolgt die Zuwendung und soz. Kontaktaufnahme durch die betroffene Person. Wiederholung mit verschiedenen Personen ermöglicht den Abbau des Problemverhaltens.

Gerüche: Geht der Hund beim Spaziergang Gerüchen nach, sollte man das zunächst weitgehend tolerieren. Bei abzusehenden Gefahren oder Problemen ist die Handlung des Hundes mit Hörzeichen "Nein" /"Hier" oder "Platz" zu unterbrechen -> Zuverlässigkeit des Gehorsams vorausgesetzt.
   
Kotfressen: Interessieren sich Hunde für den Kot ausschließlich von Pflanzenfressern, kann dies ein Hinweis auf einen Nährstoffmangel sein. Man tut gut daran, diesbezüglich die Zusammensetzung des verabreichten Futters zu überprüfen, notfalls den Tierarzt zu konsultieren.

Parfümieren: Die Vorliebe der meisten Hunde, die vorderen Teile ihres Körpers mit übelriechenden Substanzen einzuschmieren, dient vermutlich einer naturgerechten Parasitenbekämpfung oder der "Tarnung bei der Jagd".

Untergründe: Gewöhnung an die verschiedensten Untergründe wie Holzstege, Metallbrücken, Treppen, Plastikfolie usw. sollte für jeden Hund zum Pflichtprogramm gehören, um einem Problemverhalten beim Auftauchen eines solchen "Hindernisses" vorzubeugen.
Auch in Prüfungen können solche ungewohnten Untergründe bei den Hunden für Stress sorgen: sei es eine ungewohnte Bodenbeschaffenheit (Pfützen, Disteln) bei der Fährtenarbeit oder ein Brett, auf dem der Hund zum messen oder zur Formwertbeurteilung bei der Zuchttauglichkeitsprüfung bzw. Körung stehen muss.

Verkehrsmittel: Überqueren von Straßen, Autofahren und Laufen neben dem Fahrrad sollte jeder Hund lernen. Die ersten Übungen schon nach der Eingewöhnung, das dritte jedoch erst mit etwa 1 Jahr. Beim Laufen am Rad sollte der Hund nicht in Galopp verfallen, sondern im Trab laufen. Die Geschwindigkeit ist entsprechend anzupassen.
Im Stadtbereich sollte man auch das Mitfahren in Bus, Straßenbahn und Bahn mit dem jungen Hund üben.
Das Ziehen eines Schlittens, Wagens o. ä. kann bei großen Rassen auch zum Training eingebunden werden.

Berührungen
: Vom Hundeführer muss sich der Hund jedwede Berührung gefallen lassen, ohne Meide- oder Aggressionsverhalten zu zeigen. Sei es im Spiel, bei der Körperpflege oder im Zusammenhang mit der Ausbildung. Häufig sieht man Hunde, die den Berührungen durch ihren Hundeführer ausweichen. Das ist ein Zeichen für mangelndes Vertrauen und hier muss auf jeden Fall Vertrauensarbeit einsetzen. (s. Basiserziehung)
Bei Prüfungen und Ausstellungen muss sich der Hund auch von einer fremden Person (Richter) anfassen lassen, wenn dieser die Tätowierung oder die Zähne kontrolliert. Entsprechende Übungen mit verschiedenen Personen sollte man daher in die Ausbildung einbeziehen.

Sozialverhalten gegenüber Tieren